Games 23.11.2009

Assassins Creed 2 – Nachtrag

Assassin's Creed 2

Das größte Problem an „Assassin’s Creed 2“ ist, dass es nicht der erste Teil ist.

Versteht mich nicht falsch, es handelt sich dabei um ein sehr gutes Spiel, es macht Spaß und es ist deutlich abwechslungsreicher als der erste Teil. Aber trotzdem kommt einem vieles schon bekannt vor: Das erklimmen von Aussichtspunkten liefert einem neue Anlaufstellen auf der Karte, die klappert man anschließend ab und irgendwann, wenn man genug Informationen gesammelt hat, kommt es zum finalem Mord. Alleine die Tatsache, dass man den ersten Teil nach einem ähnlichem Prinzip gespielt hat, erweckt doch ein leichtes Gefühl der Eintönigkeit. Vielleicht etwas schwer zu verstehen. Also: Wenn man den ersten Teil nicht gespielt hat, hat man mit „Assassin’s Creed 2“ ein sehr geiles Spiel vor sich. Hat man jedoch den ersten Teil, wie ich, hinter sich, hat das ganze Spiel irgendwo einen faden Beigeschmack. So sehr verfolgen mich noch die Eindrücke, die ich damals gewonnen habe und zu sehr hat mich der immer gleiche Ablauf genervt. Die Spuren davon sind noch immer an meinem Controller sichtbar.

Ein weiteres Problem: Die Grafik. Als „Assassin’s Creed“ Ende 2007 erschien, war die Grafik der damaligen Zeit voraus (ich hab es zwar erst Anfang 2009 gespielt, war damals trotzdem fasziniert von der Grafik). Seitdem ist allerdings mit „Uncharted 2“ für die Playstation 3 ein Spiel erschienen, dass neue Maßstäbe setzt: Nahezu perfekte Grafik, nahezu perfekte Umgebung, nahezu perfekt gestaltete Charaktere, Cutszenen, die fast nahtlos an das Spielgeschehen anschließen – und das ganze bei Konstanter Bildrate. Dagegen kann die Grafik bei „Assassin’s Creed 2“ nur verlieren: Die Charaktere sind teilweise mit der Source-Enginge von Half-Life 2 vergleichbar, die Animationen wirken hier und da etwas holprig, die Auflösung der Texturen lässt zu wünschen übrig und bei großen Menschenansammlung und schnellen Bewegungen scheint das Spiel hin und wieder etwas zu stocken.

Das ganze soll das Spiel jetzt nicht schlechter reden als es ist. Es macht wirklich Spaß und die Entwickler haben eindeutig aus ihren Fehlern gelernt. Aber der ganz große Wurf, wie es schon vom ersten Teil erwartet wurde, ist es nicht. Da erstaunen mich auch etwas die Wertungen der Fachpresse: Bei Metacritic erreicht das Spiel einen Metascore von 91. Etwas realistischer ist da schon die Userbewertung von 8.4. Einen, meiner Meinung nach, recht treffenden Artikel haben die Jungs von Krawall.de verfasst.

Also: Das größte Problem an „Assassin’s Creed 2“ ist, dass es nicht der erste Teil ist. Und, dass es erst jetzt erschienen ist. Meine Meinung.

Nachtrag

Inzwischen hab ich das Spiel auch durch und ich muss meine vorherigen Aussagen teilweise revidieren. „Assassin’s Creed 2“ ist hundertmal besser als der erste Teil, die Missionen sind alles andere als eintönig und mal abgesehen vom erklimmen der Aussichtspunkte wiederholt sich relativ wenig. Das Kampfsystem ist aber ähnlich anspruchslos wie im ersten Teil, sprich durch Konter hat man auch bei 10 Gegnern kaum Probleme (Ausnahme sind vielleicht die Rohlinge, aber die hat man auch relativ schnell mit den versteckten Klingen niedergerungen). Bei der Grafik hat sich meine Meinung allerdings nicht geändert, mir sind eher noch ein paar grobe Schnitzer aufgefallen. Ansonsten bleibt noch zu sagen, dass ich mich selten bis kaum Aufregen musste (ganz im Gegenteil zum ersten Teil), mir die Story doch sehr gut gefallen hat und ich mich auf den dritten Teil freue, denn nach der Story wird es den auf jeden Fall geben.

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